joscha remus

 

INFONAUTIK - Wege durch den Wissensdschungel

Gabal Verlag, 2005
Gebundene Ausgabe
344 Seiten
Preis: 29,90 € D | 1. Auflage
Nur noch antiquarisch erhältlich
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  • Der Zugriff auf gewünschte Informationen, zu jeder Zeit, an jedem Ort gilt nach wie vor als das Schlaraffenland für Lernende und Wissensarbeiter. Wikis, Knowledge-Blogs, Tauschbörsen und neue Wege des kooperativen Lernens haben das klassische Wissensmanagement dabei dramatisch verändert. Wer sein Wissen täglich anpassen und qualitativ neu bewerten muss, benötigt neue Such- und Findestrategien, nicht nur im Netz sondern auch im eigenen Wissensdschungel. Er braucht Know-how über Wissenswerkzeuge, Netzwerke sowie Wissenskompetenz. Das Instrument hierfür heißt: Persönliches Wissensmanagement. Das vorliegende Buch zeigt dem Leser neue, spannende Wege durchs Wissenslabyrinth und macht ihn mit Techniken bekannt, mit denen er sein Wissen erweitern, teilen, wiederfinden und managen kann.
     
    ·       Interview mit Stanislaw Lem
    ·       Interview mit Antonio Damasio
    ·       Interview mit Vilaynur S. Ramachandran
    ·       Interview mit Gerald Edelman

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  • Das Buch ist eine anregende und zuweilen spannende Reise durch eine neue Wissenswelt, in der der Leser erfährt, welche neuen Formen der Wissensorganisation es gibt, woher sie kommen und welchen Stellenwert sie haben.

    Trotz oder gerade wegen Internet immer neuen Medien, Tausenden von Büchern und Fachpublikationen jedes Jahr – noch immer stellt sich die Frage: Wie kommt man möglichst rationell an jene Informationen, die für die eigene Arbeit oder für das eigene Interessensgebiet wirklich von Bedeutung sind. Genau diese stellt der Wissenschaftsjournalist Joscha Remus an den Anfang seines Buches und darauf will er Antworten geben. Dabei führt er den Leser über acht „Wissenswege“ zu seinen Lösungen. Er will dem Leser damit helfen, seine eigenen Wissenswege zu finden und sein privater Wissensmanager zu werden. Die Wissenswege sind:
     
    1. Erkennen
    2. Überblicken
    3. Befreien
    4. Staunen
    5. Fragen
    6. Einlassen
    7. Hören
    8. Erweitern
     
    Was sich jeweils dahinter verbirgt, beschreibt Remus sehr ausführlich in einem eher journalistischen Stil. Er erzählt Geschichten, führt in die Gedankenwelt und Theorien von Forschern ein, die sich mit der Informationsverarbeitung in unserem Gehirn, mit kognitiven Prozesse und neurobiologischen Fragestellungen (ein besonderes Wissensgebiet des Autors) befassen, die IT-Experten sind oder Science Fiction Bücher schreiben. Mit diesen Personen hat Remus Interviews geführt, die er im Buch als Einstieg in die einzelnen Kapitel abdruckt.
    Dazwischen werden Definitionen geliefert und Philosophen oder andere Wissens-Weise zitiert. Außerdem gibt es Zahlen, Daten und Fakten als Belege, konkrete Tipps und Checklisten sowie Übungen zum Selbermachen. Wer das Buch liest, erhält eine Fülle von Informationen; charmant aufbereitet und in einem eingängigen Stil geschrieben. Trotzdem fragt man sich als Leser immer wieder: Und nun? Was soll ich tun? Wie soll ich es tun? Konkrete Hilfestellungen sind eher selten, sehr selektiv oder doch allgemein.
    Dabei erfreut sich der Autor gerne an neuen Methoden des Wissensmanagements. Wikis und Weblogs werden als ganz neue Form des persönlichen und organisationalen Wissensmanagements gelobt. Leider wird nicht reflektiert, ob diese Formen der Wissensorganisation und –darstellung für den Normal-Wissenden-Menschen wirklich hilfreich sind – und nicht nur für Info-Freaks. So ist das Buch eher eine lange und ausführliche Erzählung darüber, was Wissen und eine Wissensgesellschaft heute ist, was sie sein kann und was sie sein sollte. Es ist aber kaum ein Ratgeber für konkrete Such- und Findestrategien – Ausnahme sind zwei Workshops, in denen der Autor aufzeigt, wie man sich mit seinem Browser eine persönliche Linksammlung anlegt.
    Gleichwohl ist es für alle an diesem Thema Interessierte eine anregende, erweiternde und oft auch spannende Lektüre, die den Blick für neues Denken und Umgehen mit Informationen und Wissen eröffnet.
    Business-Wissen.de

    Für diesen Urlaub hatte ich mir nur wenig Lesestoff mitgenommen. Dazu gehörte dieses Buch, das mir der Autor, Joscha Remus, noch auf der LEARNTEC mitgegeben hatte. Ein Reiseführer und Ratgeber für das kompetente Navigieren in der aktuellen Wissenslandschaft. Joscha Remus hat sich schlauerweise erst gar nicht an einer systematischen Auseinandersetzung mit dem Thema “Wissen” versucht, sondern seine Erzählungen, Anmerkungen und praktischen Hilfen auf acht Wissenswege verteilt. Diese Wissenswege heißen “Erkennen”, “Überblicken”, “Befreien”, “Staunen”, “Fragen”, “Einlassen”, “Hören” und “Erweitern”. Auf ihnen geht es, wie Joscha Remus in seiner Einführung schreibt, um “Methoden des Entrümpelns, der Verschlankung und der Selbstorganisation von Wissen”, um “Alternativen zum ‘Infoüberlastungssyndrom’”.
    Man merkt, dass den Autoren viele der aktuellen Online-Entwicklungen motiviert haben, über das Thema nachzudenken: So beschäftigen sich längere Kapitel mit E-Learning und Wissensmanagement (”Staunen”), Google und Suchmaschinen (”Fragen”) sowie Knowledge-Communities, Weblogs und Wikis (”Hören”). Aber immer wieder, vor allem in den Interviews mit prominenten Medizinern, Neurologen und Biologen (die leider nur stark gekürzt wiedergegeben werden), weist er darauf hin, dass sich Lernen und Wissen weder allein in unseren Köpfen noch ausschließlich online abspielen.
    Dieses Buch ist fast ein Gegenstück zu der Arbeit von Thomas Davenport, “Thinking for a Living”, auf die ich kürzlich hingewiesen hatte (hier) und die aus organisationaler Perspektive fragt, wie man die Performance von Wissensarbeitern verbessern kann. Joscha Remus hat einen Ratgeber geschrieben, mit dessen Hilfe jeder selbst seine persönlichen Wissensstrategien überprüfen und optimieren kann. Beide Werke, und das ist mir bei der Urlaubslektüre noch einmal deutlich geworden, unterstreichen, dass Wissensarbeit heute eine allgemeine Profession und Kompetenz geworden ist, die sich nicht mehr auf eine Berufsgruppe beschränkt oder sich auf ein übergeordnetes Ziel richtet. Vielleicht gehören der “Intellektuelle”, der sich für die Rechte der Sprachlosen einsetzt (á la Emile Zola) oder der Akademiker, der sich einer höheren Wahrheit oder Objektivität verpflichtet fühlt, unwiderbringlich der Vergangenheit an. Aber das ist wohl schon ein anderes Buch, über das ich jetzt philosophiere.
    Jochen Robes, Weiterbildungsblog

    Ja, ja, es sind mittlerweile viel zu viele Wissens- und Weisheitsführer auf dem Markt. Viel zu viele Ratgeber, die einem sagen möchten, was man heute gefälligst wissen sollte. Vor allem die vielen neuen Sammelsurien-Trittbrett-Fahrer nerven mit ihren Auflistungen „wissenswerter interessanter Nebensächlichkeiten“. Das Buch „Infonautik – Wege durch den Wissensdschungel“ des Wissenschaftsjournalisten Joscha Remus ist, um es gleich zu sagen, erfrischend anders. Ganz anders. Wunderbar anders.
    Der Autor beginnt seine Wissensreisen in jedem Kapitel mit einer tatsächlichen Reise. Er hat dabei Wissenschaftler und Schriftsteller in ihren Labors oder zuhause besucht. Darunter so bekannte, wie den Science-Fiction Autor Stanislaw Lem oder Antonio Damasio, weniger bekannte, wie den Nobelpreisträger Gerald Edelman oder, (mir zumindest) unbekannte wie Vilaynur S. Ramachandran. Das Buch ist also, wie Remus es eingangs verspricht, auch ein Wissens-Reiseführer.
    Schade, dass die Interviews so kurz sind. Der Autor hat sie zwar in voller Länge auf seine Webseite gestellt, aber ich hätte mir hier doch längere Passagen schon im Buch gewünscht.
    Mehr als aufgewogen wird dieser Mangel durch ein wahres Feuerwerk an neuen Ideen, verrückten Geschichten, praktischen, sehr sinnvollen Tipps und unerwarteter Aufklärung. Wer weiß schon, dass der Schweizer Forscher Gustav von Bunge, als er den Eisengehalt im Spinat gemessen hat, dazu getrockneten Spinat verwendete? Da hat sich also niemand in der berühmten Eisen/Spinat-Geschichte um eine Kommastelle vertan, wie überall behauptet wird. Sondern 100 Gramm Spinat enthalten tatsächlich relativ viel Eisen, nämlich 42 Milligramm pro 100 Gramm, nur eben nicht als frischer Spinat – sondern in getrockneter Pulverform.
    Weitgehend unbekannt ist wohl auch, dass es eine Internet-Zeitmaschine gibt, mit der man auf längst nicht mehr existierende oder verschollene Webseiten gelangt.
    Remus läßt auch so manche „Wissensbombe“ hochgehen. Wer hätte gedacht, dass das Wort „googeln“ aus der neuen Dudenausgabe rausgeflogen ist? An solches Trüffel-Wissen gelangt man wohl nur, wenn man, wie der Autor sich ausdrückt, „direkt mit den Quellen spricht“ (in dem Fall wohl mit der Dudenredaktion) und sein Wissen nicht einfach aus dem Internet bezieht.
    Schön dass der Autor nicht in die Falle der billigen und schnellen Small-Talk-Ratgeber getappt ist. Die „Wege durch den Wissensdschungel“ sind tiefgründig, praktisch und amüsant zugleich, ein richtiger Wissens-Schmöcker. Langweilige Passagen kommen im Buch höchst selten vor. Volle Sternenzahl also.
    Letzten Endes bleibt aber doch eine Frage: Warum hat der Verlag dieses Buch in der Reihe „Management“ veröffentlicht? Streicht das Management vom Cover und macht es einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Das Buch hätte es verdient.
    Amazon
 
 
 
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